Neuigkeiten vom AI-Kongress aus Athen

Ziel der 9. KONFERENZ DER EUROPÄISCHEN HIDRA­DENITIS SUPPURATIVA STIFTUNG, die in Athen stattfand, und aller HS-Spezialisten war es, tief greifende Kenntnisse über die Mechanismen von AI aufzuzeigen, welche zu einem besseren Verständnis für die AI-Betroffenen führen sollen.

AI ist eine Hauterkrankung, die nicht nur Hautbereiche zerstört, sondern vor allem das Leben gerade junger Menschen beein­trächtigt, wodurch sie nicht mehr in der Lage sind, das Leben zu geniessen.

Ein Auszug des Kongressorganisators beschrieb AI folgendermaßen:

Im Teufelskreis der täglichen Einschränkungen und Funktionsmängel geht die Lust am Leben verloren. Es ist offensichtlich, dass weitere Schritte in der Therapie von AI getan werden müssen, aber auch und vor allem ist es wichtig,

  • den betroffenen Menschen zuzuhören;
  • die Symptome und Gefühle zu verstehen.

HS und die zentrale Rolle von Entzündungen

Im ersten Teil der Konferenz wurden die jeweiligen Formen der Immundefekte besprochen.

Eine wichtige Rolle bezüglich Immunreaktion scheint auch hier das Rauchen als äusserer Einfluss zu spielen.

Wegen eines durch einen Follikel, z.B. Haarfollikel, ausgelösten Verschlusses kann es zu Mitesserbildung kommen. Durch äussere Einflüsse wie das Rauchen entsteht ein gestörtes Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Bakterien¬arten, aber auch bei der Interaktion verschiedener Arten von Mikroben.

Die mikrobiellen Abbauprodukte von Stoffwechselvorgängen haben wiederum einen Einfluss auf die genetisch beeinflusste Immunregulation und schaffen damit ein entzündungsförderndes Milieu.

Was hat die Ernährung für einen Einfluss auf AI

Hier war der Tenor, dass die Ernährung oder eine Diät keinen direkten Zusammenhang mit AI aufweisen.

Jedoch konnte aus Studiendaten gezeigt werden, dass die Ernährung einen Einfluss auf die Entzündungsmediatoren hat. So kann z.B. die westliche Ernährung zu Übergewicht oder Fettsucht führen, die per se entzündungsfördernd ist.
Entzündungsfördernd können auch gesättigte Fettsäuren, die beispielsweise in Fleisch und Milchprodukten vorkommen, sein. Ein erhöhter Blutzuckergehalt, sowie zu viel Kochsalz, können eventuell ebenso dazu beitragen.

Die mediterrane Kost mit ungesättigten Fettsäuren, Phytochemikalien und Pflanzenfasern kann entzündungshemmend sein.

Empfehlungen auf Grundlage der Erkenntnisse:

  • AI-Betroffene sollten mehr pflanzliche Kost zu sich nehmen mit Polyphenolen, Fasern und weniger Kaloriendichte.
  • Gesättigte Fettsäuren sollten durch mehrfach ungesättigte ersetzt werden, statt Omega-3-Fettsäuren mehr Omega-6-Fettsäuren.
  • Weniger rotes Fleisch und weniger Salz.

Ziel:

Allgemein sollte eine Gewichtsabnahme erfolgen.

Auf der rechten Seite das Bild zur westlichen Ernährungsweise, als entzündungsfördernd deklariert. Im Vergleich die mediterrane Ernährung, welche bei AI bevorzugt wird, da entzündungshemmend.


Wie hoch ist die Häufigkeit von entzündlichen Darmerkrankungen bei Patienten mit AI

Der Zusammenhang von AI mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, insbesondere mit Morbus Crohn, ist bereits wiederholt in Studien nachgewiesen worden. Die Häufigkeit von AI bei Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen wurde mit 12–23% angenommen.

In einer Zusammenstellung von mehr als 1000 AI-Patienten fanden sich entzündliche Darmerkrankungen bei 3,3% der AI-Patienten, während entzündliche Darmerkrankungen in der Normalbevölkerung eine Häufigkeit von 0,5% aufweisen.

Bei den Patienten mit AI und einer entzündlichen Darmerkrankung wurden erhöhte Entzündungszeichen im Blut gemessen.

Was spielen Bakterien bei AI für eine Rolle

Hierzu gab es folgende Fragestellung:

Sind Bakterien an der Ursache der Erkrankung beteiligt oder sind diese Bakterien «Kommensale».

  • Bakterien scheinen als Auslöser einer Immunreaktion wahrscheinlich zu sein.

Autoinflammatorische Erkrankungen, zu denen AI gehört, sind Erkrankungen, bei welchen das angeborene Immunsystem selbst Entzündungen im Gewebe verursacht. Mikroorganismen scheinen dabei als Auslöser für diese Immunreaktion wahrscheinlich.

Bakterien, die Biofilme bilden, stellen ein medizinisches Problem dar.

Medikamentöse Behandlung

Antibiotika-Therapie

Antibiotika können die Entzündung reduzieren und wirken antibakteriell.

Chirurgie

Ist eine der Hauptbehandlungsoptionen bei einer schweren AI.

Einigkeit schien hier vorzuherrschen, dass bei AI verschiedene Fachbereiche (Hausarzt, Chirurgie, Dermatologie, Psychologie, Ernährungsberatung) eng zusammenarbeiten sollten.

Biologika-Therapie

Bei ausgewählten Patienten können Biologika eine wirksame Begleittherapie vor einer Operation mit einer Verbesserung der Entzündungssymptomatik sein.

Mit diesem Schlusssatz möchten wir unsere Zusammenfassung beenden und bedanken uns für dein Interesse.

Wir hoffen, wir konnten dir etwas von den spannenden Diskussionen von der Konferenz näherbringen.

Wichtig zu beachten: Bitte erkundige dich bei deinem Arzt und frage ihn nach der richtige Therapie.

Bei AI Online findest du die aktuelle Liste mit den Spezialisten, die dir weiterhelfen können: Zur Arztsuche

Alle Daten basieren auf einer Zusammenfassung, die auf der Konferenz EHSF in Athen durch Teilnahme an den jeweiligen Vorträgen erstellt wurde.